Nachstehend finden Sie die wesentlichsten Begriffe des Qualitätsmanagement mit einfachen Worten erklärt.
Qualität
Unter Qualität wird die Beschaffenheit einer Einheit bezüglich der Qualitätsforderung verstanden. Qualität ist die "Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen". Die Beziehung zwischen realisierter Beschaffenheit und Einzelforderungen steht also stets im Mittelpunkt der Qualitätsbetrachtung
Man bezeichnet damit auch die Güte von Produkten und Prozessen in Betrieben. Sie umfasst den stofflich-technischen Gebrauchswert sowie die subjektive Qualitätseinschätzung. Der Gebrauchswert kann die Funktionstüchtigkeit, Verkehrssicherheit, Störanfälligkeit, Robustheit, Haltbarkeit, Dauerhaftigkeit, Integrierbarkeit und Lebensdauer sein. Bei Lebensmitteln kann weiterhin der Nähr- oder Genusswert untersucht werden. Diese Qualität kann objektiv messbaren technischen Maßstäben bzw. normierten Grenzwerten entsprechen oder subjektiv z. B. aus der Sicht des Nachfragers definiert werden.
Qualitätsmanagement (QM)
Die Festlegung von Rahmenbedingungen, unter denen eine bestimmte Produktqualität erreicht werden soll. Während sich qualitätssichernde Maßnahmen früher hauptsächlich auf Produktionsprozesse und deren Ergebnisse (produzierte Güter) bezogen, werden sie heute auch in der Entwicklung, bei der Verpackung und beim Versand angewandt.
Das Qualitätsmanagement umfasst alle Tätigkeiten und Zielsetzungen zur Sicherung der Produkt- und Prozessqualität. Zu berücksichtigen sind hierbei Aspekte der Wirtschaftlichkeit, Gesetzgebung, Umwelt und Forderungen des Kunden.
Zu den Aufgaben des Qualitätsmanagements zählen:
Qualitätsplanung, Qualitätslenkung, Qualitätsprüfung und Qualitätsverbesserung.
Die Regeln für das QM sind in den Normen DIN/ISO 9001:2008 festgelegt.
Eine zentrale Funktion übernimmt das Qualitäts-Management-Handbuch (QMH) in dem die Zuständigkeiten und Regeln nach denen die Geschäftsprozesse abzulaufen haben festgeschrieben werden. Unternehmen können sich durch eine Zertifizierungsstelle ihre korrekte Einhaltung der Regeln bestätigen lassen. Dazu kommen Experten als Auditoren zu einem Audit ins Unternehmen.
Qualitätsmanagementsystem (QMS)
Jener Teil des übergeordneten Managementsystems, der die Organisationsstruktur, Planungstätigkeiten, Verantwortlichkeiten, Methoden, Verfahren, Prozesse und Ressourcen zur Entwicklung, Umsetzung, Erfüllung, Bewertung und Aufrechterhaltung der Qualität umfasst. Oder anders ausgedrückt, die Gesamtheit aller Tätigkeiten bzw. Abläufe, die zueinander in Beziehung stehen, die Gesamtheit aller dokumentierten Spielregeln, die zur Erreichung der Unternehmens- und Qualitätsziele beitragen.
Gleichzeitig legen QM-Systeme dar, wie Abläufe organisiert und Schnittstellen definiert sind. Sie haben deshalb den Charakter von- Spielregeln, Standards oder Schnittstellenvereinbarungen. Sie beinhalten firmenspezifisches Know-how und stellen Hilfsmittel zur systematischen Fehleranalyse dar.
Qualitätspolitik
Umfassende Absichten und Zielsetzungen einer Organisation zur Qualität, wie sie durch die oberste Leitung formell ausgedrückt werden.
Qualitätsmanagementbeauftragter (QMB)
Der für das Qualitätsmanagement Verantwortliche. In einigen Normen "Beauftragter der Obersten Leitung" genannt.
Qualitätsmanagementhandbuch (QMH)
Die Dokumentation des Qualitätsmanagements erfolgt im Qualitätsmanagementhandbuch, Verfahrensanweisungen sowie Arbeits- und Prüfanweisungen. Das QMH beschreibt Grundsätze, Aufbau- und Ablauforganisation und Ziele des Qualitätsmanagementsystems eines Unternehmens.
Es ist das zentrale Element der Qualitätsdokumentation über die grundsätzliche Einstellung des Managements sowie seine Absichten und Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der Qualität im Unternehmen.
Prozess
Die Summe der Tätigkeiten und Bearbeitungsschritte im Laufe der Leistungserbringung einer Organisation, Prozesse beschreiben im Wesentlichen die Ablauforganisation.
Verfahrensanweisung (VA)
Gehört zu der Qualitätsdokumentation und legt den Grad der Verantwortung und der Entscheidungsfreiheit jeder Unternehmensfunktion sowie die notwendigen Schritte zur Realisierung des Qualitätssystems fest.
Verfahrensanweisungen legen einzelne Abläufe genau fest und werden gemeinsam mit den beteiligten Stellen/Mitarbeitern in Abhängigkeit von Qualitätseinfluss der Verfahren und Qualifikation der betrauten Mitarbeiter erstellt.
Sie können reine Textform haben oder durch Bilder, Skizzen, Zeichnungen, Tabellen, Ablaufpläne etc. ergänzt werden. Flussdiagramme veranschaulichen dabei Operationen, ausführende Mitarbeiter, Start-, Entscheidungs- und Endpunkte von Prozessen.
Arbeitsanweisung (AA)
Arbeitsanweisungen sind arbeitsplatzbezogene Vorgaben (Was ist in welcher Reihenfolge zu tun?) und besitzen im Wesentlichen den Charakter einer Checkliste.
Der Einsatz einer Arbeitsanweisung ist besonders dann sinnvoll, wenn trotz Erfahrung und Qualifikation des Mitarbeiters wiederholt dieselben Fehler gemacht werden.
Arbeitsanweisungen eignen sich auch als gute Grundlage für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter
Audit
Ein Audit ist eine systematische unabhängige Untersuchung, um festzustellen, ob die qualitätsbezogenen Tätigkeiten und damit zusammenhängenden Ergebnisse den geplanten Anforderungen entsprechen, und ob diese Anforderungen tatsächlich verwirklicht und geeignet sind, die Ziele zu erreichen. Gelegentlich spricht man hier auch von Qualitätsaudit.
Es wird unterscheiden zwischen dem internem Audit durch eigenes Personal oder einen Beauftragen und dem externen Audit durch Gutachter einer akkreditierten Zertifizierungsstelle